Sauerbraten wie bei Oma — der Klassiker aus dem Ofen
Sauerbraten wie bei Oma: Rinderbraten in Rotwein-Essig-Marinade, langsam geschmort, mit gebundener Soße. Das klassische Rezept Schritt für Schritt.
Der Sauerbraten ist das Sonntagsessen schlechthin: ein Rinderbraten, der tagelang in einer Essig-Marinade ruht, bis er butterzart ist und eine Soße hat, die süß-sauer nach mehr verlangt. Die Geduld wird belohnt — das Fleisch zerfällt am Ende fast von allein.
Die lange Marinade ist kein Luxus, sondern das Geheimrezept. Sie durchzieht das Fleisch, macht es zart und legt den unverwechselbaren Geschmack an, der den Sauerbraten von jedem anderen Schmorbraten unterscheidet.
So gelingt es perfekt
Die Marinade sollte das Fleisch komplett bedecken — bei Bedarf mit etwas Wasser auffüllen. Wer es traditionell mag, legt ein paar Rosinen in die Soße; wer es moderner mag, gibt eine Prise Zimt und eine kleine Schokolade mit in den Schmortopf für Tiefe.
Nicht erschrecken, wenn die Soße zunächst dünn wirkt: Sie wird erst zum Schluss gebunden und sollte dann napp am Löffel haften. Zu süß? Ein Spritzer Essig hilft. Zu sauer? Etwas Zucker oder geriebene Apfelstückchen ausgleichen.
Ursprünglich wurde der Sauerbraten als Resteverwertung entwickelt: Durch das Marinieren in Essig hielt sich das Fleisch länger, bevor es geschmort wurde. Aus dieser Not wurde eine Tugend — die Marinade macht aus zähem Fleisch einen Schmorbraten, der seinesgleichen sucht. In manchen Regionen wird er traditionell mit Lebkuchen im Sud serviert, was dem Gericht eine unverwechselbare, leicht süße Note verleiht.
Die häufigsten Fehler beim Sauerbraten: zu kurze Marinade (das Fleisch wird zäh), zu hohe Schmortemperatur (es zieht sich zusammen) und zu frühes Salzen (das Fleisch wird trocken). Wer diese Fehler vermeidet, bekommt einen Braten, der von selbst auseinanderfällt. Und noch ein Tipp: Den Braten am Vortag durchschmoren lassen — dann schmeckt er am Serviertag noch besser.
Varianten und Tipps
In der Rheinpfalz kommt der Sauerbraten mit Lebkuchen und Rosinen in die Soße, in Bayern mit Ingwer. Beide Varianten sind köstlich — probieren Sie ruhig beide. Auch als Gulasch-Alternative funktiert der Schmortopf: Reste am nächsten Tag aufgewärmt schmecken oft noch besser.
Dazu passt
Klassisch dazu: Kartoffelklöße oder Kartoffelpüree und Rotkohl. Ein kräftiger trockener Rotwein rundet das Sonntagsessen ab.
Aufbewahren
Der Sauerbraten lässt sich hervorragend vorbereiten: bis zu zwei Tage vor dem Servieren durchschmoren, im Kühlschrank lagern und am Serviertag nur noch erwärmen. Er schmeckt aufgewärmt oft sogar besser.
Häufige Fragen
Muss der Sauerbraten wirklich drei Tage marinieren?
Ideal sind zwei bis drei Tage, damit die Säure das Fleisch richtig zart macht. In Zeitnot reicht auch eine Nacht — das Fleisch wird dann nur etwas fester.
Welches Fleisch ist am besten für Sauerbraten?
Schulter oder Oberschale vom Rind — beides wird beim langen Schmoren schön zart und saftig.
Wer das mag, wird auch Kartoffelklöße oder Kartoffelpüree lieben.
Sauerbraten wie bei Oma — der Klassiker aus dem Ofen
Zutaten
- 1,5 kg Rinderbraten (Schulter oder Oberschale)
- 500 ml Rotwein
- 250 ml Rotweinessig
- 2 Zwiebeln
- 2 Karotten
- 2 Lorbeerblätter
- 6 Pfefferkörner
- 3 Nelken
- 2 EL Senf
- Salz und Zucker
- 2 EL Mehl oder Sauerteigreste für die Soße
Zubereitung
- Zwiebeln schälen und in Scheiben schneiden.
- Rotwein, Essig, Zwiebeln, Gewürze und Gemüse in einen Topf geben und aufkochen.
- Braten hineinlegen und 2–3 Tage im Kühlschrank marinieren, dabei täglich wenden.
- Braten herausnehmen, abtrocknen und mit Salz und Senf einreiben.
- Im heizen Öl von allen Seiten kräftig anbraten.
- Marinade durch ein Sieb gießen, Braten zurück in den Topf geben und mit der Hälfte der Marinade angießen.
- Zugedeckt im Ofen bei 160 Grad etwa 2,5–3 Stunden schmoren, dabei immer wieder mit Sud begießen.
- Soße mit angerührtem Mehl binden und mit Zucker und Salz abschmecken.
Nächstes Rezept Wiener Schnitzel — das OriginalrezeptAlle Angaben sind Richtwerte – je nach Herd und Ofen kann die Zubereitung etwas variieren. Guten Appetit!




